Apfelbutz'n

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Parketterie

Februar 2nd, 2010 · 2 Kommentare

Das erste Parkett liegt. Die Entscheidung zu treffen, ob schwimmend oder verkleben, ist, wenn man die unterschiedlichen Meinungen der Fachleute gehört hat, nicht einfach. Man fragt 3 Leute und bekommt 5 Meinungen. Wir haben uns entschieden im EG ein geölt/gewachstes Eiche Fertigparkett zu verkleben und im OG versiegeltes Achateiche Fertigparkett mit integriertem Trittschall schwimmend zu verlegen. Eiche ist sehr robust und daher optimal für den Wohnbereich. Es gibt auch schöne Sorten mit denen man nicht gleich die Urgroßeltern in Verbindung bringt ;) .

Geölt und/oder gewachstes Parkett macht zwar den Eindruck, daß es empfindlicher wäre als versiegeltes Parkett, das aber ist meist nicht der Fall. Kleinere Dellen, Flecken und Kratzer kann man leicht mit Schwamm, Schleifpapier und Öl selber wieder ausbessern. Das geht bei einer Versiegelung nicht. Allerdings sollte man darauf achten, daß man keine lösemittelhaltigen Stoffe oder Flüssigkeiten lange darauf stehen lässt. Richtig gut ist das aber sowieso für keinen Fußboden. Einzig der Pflegeaufwand kann für geöltes Parkett höher sein, da man ihn hin und wieder (1xpro Jahr) ölen muss.

“Einfach verkleben” geht, wenn überhaupt, nur bei einem Zementestrich. Dann auch nur, wenn der eine sehr ebene Oberfläche hat. Alle anderen Estrichsorten müssen grundiert, mit einer Ausgleichsmasse bearbeiten und anschließend abgeschliffen werden. Ansonsten lösen sich u.U. die einzelnen Parkettelemente nach ein paar Jahren. Bei einem Zementestrich ist die Problematik der ebenen Fläche am größten. Entweder ich schleife größere Unebenheiten (meist am Rand) ab und behandle den Estrich danach mit einer Ausgleichsmasse mit anschließendem Abschleifen oder ich “beiße in den sauren Apfel” und gleiche das mit dem teuren Kleber aus. Guter lösemittelfreier Kleber kann gerne ~100€ je 10qm kosten. Wenn dann noch Unebenheiten dazukommen, kann das schnell weh tun.

Die Vorteile liegen auf der Hand. Das Kleben ermöglicht später, daß ein Abschleifen der Oberfläche problemloser möglich ist und sorgt im Falle einer Fußbodenheizung dafür, daß diese so effizient wie möglich arbeitet. Die Oberflächentemperatur sollte 26 Grad nicht überschreiten. Das wird im Regelfall mit einem Wärmedurchgangswiederstand von >= 0,15 m² K/W erreicht. Verlegt man das Parkett schwimmend, dann ist dieser Wert mit >=13mm Parkett + Trittschall + Dampfbremse erreicht. Problematisch wird das dann, wenn man größere Teppichböden oder Läufer auf dem Parkett plazieren möchte. Der hochflorige Teppich von 4×4 m unter dem Wohnzimmertisch ist dann nicht anzuraten ;) . Die Konsequenzen können Beschädigungen am Parkett oder ggf. Verlust der Garantieleistung des Parkettherstellers sein. Ebenso, wenn man bei schwimmender Verlegung die Dampfbremse nicht unter dem Trittschall verlegt. Hier gibt es Produkte, die Trittschall und Dampfbremse in einem Produkt vereinen. Diese kosten aber auch mehrere € pro qm. Hier muss man Kosten/Nutzen und Aufwand abwägen. Eine Dampfbremse ist auf jedenfall anzuraten, wenn weniger isolierte Bauteile, die direkte Verbindung zum Erdreich haben, z.B. der Kellerboden, mit Parkett ausgelegt werden sollen. Bei gut isolierten Böden oder Geschossdecken kann man “nach eigenem Ermessen” entscheiden, ob man diese weg lässt ;) .

Wir mussten aufgrund der, im Normbereich liegenden, Unebenheiten des Estrichs erstmal damit aufhören, daß Parkett zu verlegen. Zementestrich neigt in der Trockenphase noch lange dazu, sich im Randbereich hochzuwölben (tellern/schüsseln). Deshalb beginnt man Messungen bez. der Höhentoleranz auch erst 10-15 cm vom Randbereich. Entspannt wird das Ganze durch kleinere Parkettelemente. Wir haben z.B. Dielen, die nur 60cm lang sind. Viel geholfen hat das bei uns aber nicht.

Fazit ist, wir würden beim nächsten Mal, aus Aufwands- und Kostengründen, vermutlich auf das Kleben verzichten. Das Tellern des Estrichs lässt hoffentlich noch etwas nach.

Tags: Böden · Eigenleistungen · Hausbau

2 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Edit, Thomas und Robert // Mrz 15, 2010 at 23:31

    Heute haben wir endlich mal wieder einen Blick auf eure Webseiten werfen können und wir haben festgestellt, dass sich in den letzten Monaten eine Menge getan hat. Euren Texten merkt man an, dass ihr euch mit den Themen intensivst beschäftigt habt und soweit man das den Fotos entnehmen kann, sind die praktischen Ergebnisse auch absolut überzeugend.
    Wir staunen nur, wo ihr neben der ganzen Zeit, die ihr mit dem Häusle-Bauen verbringt auch noch Zeit für die tollen Texte und die Aufbereitung der Fotos findet.

    Viele liebe Grüße aus Soltau
    Edit, Thomas und Robert

  • 2 sascha // Mrz 16, 2010 at 09:24

    Danke, leider ist die Zeit nicht immer da. Deshalb kommen die Artikel meistens leider mit etwas Verzögerung.

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